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Werner Ferrari

In den 80er Jahren schockierte eine unheimliche Serie von Kindermorden die Schweiz. 1989 konnte die Bevölkerung endlich aufatmen. Der 49-jährige Werner Ferrari gab zu 4 Kinder getötet zu haben. Sein Gesicht brannte sich tief ins Gedächtnis der Schweizer ein. Im April 2007 stand der gleiche Mann wieder vor Gericht. Wie viele Kinder brachte Ferrari wirklich um? Was trieb ihn an?

Im Schweizer Kanton Aargau wohnte Werner Ferrari und hatte 1971 schon einmal ein Kind getötet, den 10jährigen Daniel Schwan. 1979 war er aus dem Gefängnis entlassen worden, vergewaltigte und ermordete aber weitere Kinder. Vier Morde, die an Benjamin Egli, Daniel Sutter, Christian Widmer und Fabienne Imhof gestand er zuerst, widerruf diese jedoch später.

Die Polizei verhaftete ihn 4 Tage nach dem Mord an Fabienne. Die ersten Einvernahmen der Kantonspolizei verliefen zäh. Dies änderte sich als Wachmeister Kurt Amsler den Täter verhörte. Er meinte, bei der ersten Begegnung stünde er vor einem schüchternen, verschlossenen und ablehnenden Menschen. In der späteren Phase lernte er ihn dann kennen, so Amsler. Wer ist dieser Mann also?

Protokolle unterschrieb er mit zwei unterschiedlichen Namen. Einmal nannte er sich Werner, einmal Marko. Marko Ferrari war umgänglich gewesen und hatte auf Fragen Antworten gegeben, wohingegen Werner Ferrari absolut verschlossen gewesen ist und Tatsachen vehement abgelehnt hat.

Ferrari wurde 1946 geboren. Er lebte bei seinen Großeltern, bis er mit 4 Jahren ins Kinderheim kam. Die Mutter war bei seiner Geburt erst 18 Jahre alt und wollte das Kind nicht aufziehen. Später nahm die Mutter ihren Sohn für kurze Zeit zu sich. Dies war eine Zeit die Ferrari als Albtraum beschrieb. Sein Stiefvater zog ihn an den Haaren zum Waschbecken und drückte seinen Kopf ins Wasser. Er versuchte zu schreien und sich aus seinem festen Griff zu befreien. Erfolglos. Seine Mutter habe ihn nie geküsst, nicht einmal getröstet, wenn er mal geweint habe. Er wurde nur hin und hergeschoben.

Bei dem Mörder lautet die psychiatrische Diagnose schizoide Persönlichkeitsstörung. Mit dieser Störung lebt man in seiner ganz eigenen Welt, abgekapselt von der realen Welt.

Mit 16 Jahren fing seine Kriminelle Laufbahn an. Er legte Brände, verübte Diebstähle und er spielte gerne mit kleinen Kindern! Mit 18 Jahren wurde er in eine Erziehungsanstalt eingewiesen. Als 19-jähriger musste er in die psychiatrische Klinik, wo ein Gutachter ihn als kontaktarmen Einzelgänger mit Aggressionen beschrieb. Er warnte davor, dass Werner ein pädophiles Sexualverbrechen begehen könnte. Eineinhalb Jahre später wurde Ferrari aus der Klinik entlassen.

Am 6. August 1972 entführte Ferrari bei einem Dorffest den 10-jährigen Daniel Schwan. Der Bub sollte sich nackt ausziehen und begann logischerweise zu schreien. Darauf erwürgte der Serienmörder das Kind und versteckte die Leiche im Wald. Er wurde bald verhaftet und gestand die Tat. Der Kindermörder wurde zu 12 Jahren Haft verurteilt, kam aber 1989 nach knapp 8 Jahren wieder frei. Danach lebte Ferrari zurückgezogen in kleinen 1-Zimmer-Wohnungen. Ein unauffälliges Leben könnte man meinen.

Die Wahrheit ist aber, dass er sich immnernoch zu Kindern hingezogen fühlte, besonders zu Buben. Er suchte ihre Nähe, trieb sich bei Schulen und Spielplätzen rum. 1980 begann eine unheimliche Mordserie. Quer durch die Schweiz wurden Kinder getötet oder verschwanden spurlos. Wer sucht sich wehrlose Kinder als Opfer aus, ein Serienmörder? Die Bevölkerung war entsetzt, beängstigt und mit jedem weiteren Mord stieg der Druck auf die Ermittler. Sie holten sich Hilfe aus Amerika. FBI-Spezialisten sollten helfen, den Mörder zu finden.

Trotzdem schlug der Täter 1989 wieder zu und tötete die 11-jährige Fabienne Imhof aus dem Kanton Zürich. Erst nach diesem Mord führte die Spur direkt zu Werner Ferrari und er ist gefasst worden.

Nach und nach gab der Mörder mehrere Taten zu, zum Beispiel den Mord an Benjamin Egli, Daniel Suter und an Christian Witmer und er gab auch zu, den Mord an Fabienne Imhof begangen zu haben.

1994 kam es zum ersten Prozess, der aber abgebrochen werden musste, da Werner Ferrari am ersten Verhandlungstag alle seine Geständnisse widerrief und behauptete, er habe nie ein Kind angerührt. Die Geständnisse habe er gegeben, da er unter massiven Druck gewesen sei Ein dreister Lügner oder nur ein kranker Mensch?

Im zweiten Prozess, etwa ein halbes Jahr später wurde Werner Ferrari wegen fünf Fällen angeklagt. Nach dem Rückzug der Geständnisse durfte das Gericht diese nur noch als Indizien verwenden. Weil weitere, klare Hinweise auf die Tat fehlten, war die Beweislage dünn.

Ein langer Prozess fand ein Ende. Werner Ferrari wurde vom Bezirksgericht für Schuldig berufen, 5 Kinder umgebracht zu haben und zu lebenslänglichem Aufenthalt im Zuchthaus beschworen. Obwohl der Mörder seine Geständnisse widerrufen hatte, sah das Gericht es als erwiesen an, dass er der Mörder gewesen sein musste. Die Indizien seien zum Teil schwach aber seine Geständnisse von früher enthielten angeblich Details, die nur der Täter wissen könnte. Werner Ferrari schrieb viele Briefe an Anwälte und ehemalige Leute, die ihn verhört hatten. Er beschrieb, wie er in den Jahren nach den Morden gelitten aber dann wieder ein Kind angesprochen und umgebracht habe, dabei aber nur Liebe wollte. Er sei neben der Leiche gesessen und habe geweint und nach seiner Mutter gerufen. Eine fast Mitleidwerte Geschichte, wenn man außer Betracht lässt, was er eigentlich angestellt hat. Könnte er die Kinder aus Eifersucht zu seiner eigenen Kindheit umgebracht haben? Kann man überhaupt sagen, dass er allein schuld an allem war oder die Menschen in seiner Vergangenheit genauso? Werner Ferrari, ein Mann mit mehreren Fassetten.

Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Werner_Ferrari

https://www.aargauerzeitung.ch/aargau/kanton-aargau/diese-brutalen-bluttaten-haben-den-aargau-erschuettert-130959952

https://www.beobachter.ch/gesellschaft/werner-ferrari-keine-freiheit-sicht

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